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Börsendaten seit 1871 · nachgerechnet, nicht nacherzählt

Crashs & Erholung

Wie lange dauerte es wirklich, bis das Geld wieder da war?

Nicht wie tief es ging, sondern wann. Zehn Rückgänge von mehr als 20 Prozent, Monat für Monat nachgezeichnet — und daneben dasselbe in Kaufkraft gerechnet.

Episoden
10
Median-Tiefe
−31,5 %
zurück nominal
33,5 Mon.
zurück real
60 Mon.

Über Crashs liest man Endzahlen: 2000 waren es −46 %, 2007 −53 %. Was dabei verschwindet, ist der Verlauf. Wie viele Monate lagen zwischen dem alten Hoch und den ersten −20 %? Wie lange stand der Markt danach still? Und vor allem: Wann war das Geld real wieder da, nicht nur nominal? Bei drei der zehn Episoden liegen zwischen beiden Antworten mehr als sechs Jahre.

Die Unterscheidung klingt nach Buchhaltung, entscheidet aber darüber, ob ein Plan hält. Wer 1972 investiert war, sah sein altes Hoch im Juli 1980 wieder — nominal. Die Kaufkraft dieses Geldes war erst im Juli 1987 zurück, fünfzehn Jahre nach dem Start. In der Zwischenzeit stand auf dem Depotauszug eine Zahl, die aussah wie vorher, und war es nicht.

Zehn Verläufe, gleicher Maßstab

Jede Tafel beginnt am eigenen Allzeithoch und läuft 120 Monate weiter — senkrechtes Raster alle zwei Jahre, waagerechtes bei −20, −40, −60 und −80 %. Der Punkt markiert den tiefsten Monatsschluss. Wer über eine Tafel fährt, liest den Monat ab.

nominal — der Kurs selbst real — um die US-Inflation bereinigt

Wie lange bis das Geld wieder da war

Monate vom alten Hoch bis zum ersten Monatsschluss auf demselben Stand. Nominal ist die Zahl im Depot, real die Kaufkraft. 1968 ist der Extremfall: nominal nach dreieinhalb Jahren erledigt, real erst nach 24 Jahren.

Nach wie vielen Monaten welches Minus

Der erste Monatsschluss, an dem die jeweilige Marke unter dem alten Hoch erreicht war. Leer heißt: so tief ging es nicht. Auffällig ist, wie ungleich das Tempo war — 1987 stand −30 % nach drei Monaten, 2000 brauchte dafür 13 Monate, und 1929 war nach 16 Monaten die Hälfte weg — die andere Hälfte kam bis Monat 34.

ab Hoch −5 %−10 %−20 %−30 %−40 %−50 % Tief nom.Tief real zurück nom.zurück real

Was das nicht zeigt

Monatsschlusskurse glätten. Der Tagestiefstand lag in mehreren Episoden deutlich unter dem tiefsten Monatsschluss — im Oktober 1987 etwa war der Abstand groß genug, um die Episode anders aussehen zu lassen, als sie sich anfühlte. Wer die Statistik als Erwartung für den eigenen Depotauszug liest, sollte also einen Puffer nach unten einrechnen.

Gerechnet ist ohne Dividenden. Für ein reales Depot mit Wiederanlage fallen die Erholungszeiten kürzer aus als hier — je länger der Zeitraum, desto deutlicher. Die Reihenfolge der Episoden ändert das nicht, die absoluten Monatszahlen schon.

Und der wichtigste Vorbehalt: Zehn Episoden sind zehn Episoden. Jede hatte ihren eigenen Auslöser, ihre eigene Bewertungslage und ihre eigene Geldpolitik. Aus dem Median lässt sich ablesen, was typisch war — nicht, was als Nächstes passiert.

Quellen und Methode

  • S&P-500-Monatsschlusskurse, Standard-and-Poor's-Composite-Reihe — shillerdata.com
  • US-Verbraucherpreisindex (CPI-U), Jahresdurchschnitte — www.bls.gov/cpi

Episoden ab einem Rückgang von 20 % auf Monatsschlussbasis; reale Werte mit dem Verbraucherpreisindex auf Kaufkraft umgerechnet, zwischen den Jahren linear interpoliert; ohne Dividenden gerechnet.

Eigene Berechnung · Stand September 2026 · zuletzt geändert 2026-09-25 · wie hier gerechnet wird